Wie MET in der Therapie wirkt
Mit MET begleite ich dich dorthin, wo Worte allein oft nicht reichen – zu den Gefühlen und inneren Konflikten, die unter der Oberfläche wirken.
Was hinter dem sichtbaren Problem liegt
Wenn wir Angst, innere Unruhe, Panik, Rückzug oder starke Anspannung erleben, nehmen wir zunächst das wahr, was uns unmittelbar belastet. Therapeutisch entscheidend ist für mich jedoch die Frage: Was geschieht darunter? Denn das Gefühl, das sich zuerst zeigt, ist nicht immer das Gefühl, um das es im Kern geht.
Hinter Angst kann beispielsweise zurückgehaltener Ärger liegen. Hinter ständiger Anpassung die Angst, abgelehnt zu werden. Und hinter dem Gefühl „Ich kann nicht Nein sagen“ steckt häufig nicht die fehlende Fähigkeit, Nein zu sagen – sondern die Angst davor, was passieren könnte, wenn ich es tue.
Genau hier setzt meine Arbeit an.

Wie solche Muster entstehen
Viele Menschen haben früh gelernt, sehr aufmerksam auf ihr Gegenüber zu achten: Wie geht es meiner Mutter? Wie reagiert mein Vater? Was muss ich tun, damit kein Konflikt entsteht, damit ich geliebt werde oder die Beziehung erhalten bleibt?
Dabei kann etwas Wesentliches verloren gehen:
die Wahrnehmung der eigenen Gefühle und Bedürfnisse.
Ärger wird vielleicht zurückgehalten. Eine Grenze nicht ausgesprochen. Ein eigenes Bedürfnis dem des anderen untergeordnet. Was ursprünglich eine sinnvolle Anpassung war, kann sich später als festes Beziehungsmuster fortsetzen.
In der Gestalttherapie sprechen wir von Kontaktunterbrechungen. Sie schützen uns davor, Gefühle oder Konflikte wahrzunehmen, die einmal schwierig oder bedrohlich waren. Gleichzeitig verhindern sie jedoch, dass wir vollständig mit uns selbst und unseren eigenen Bedürfnissen in Kontakt sind.
Nicht am eigentlichen Thema vorbeiarbeiten
Deshalb besteht therapeutische Arbeit für mich nicht darin, lediglich das sichtbare Symptom zu behandeln oder ein unangenehmes Gefühl möglichst schnell „wegzuklopfen“. Wenn jemand beispielsweise Angst erlebt, schauen wir gemeinsam genauer hin: Wovor genau besteht diese Angst? Was würde geschehen, wenn du deine Grenze setzt? Worüber bist du vielleicht wütend? Was hältst du zurück?
Manchmal verändert sich dadurch bereits das Verständnis des gesamten Problems.
Aus „Ich habe Angst“ kann zum Beispiel werden: „Ich bin eigentlich wütend – aber ich traue mich nicht, diese Wut zu zeigen.“ Oder aus „Ich kann mich nicht abgrenzen“: „Ich habe Angst, nicht mehr gemocht zu werden, wenn ich sage, was ich wirklich möchte.“
Erst wenn das zugrunde liegende Gefühl sichtbar wird, können wir gezielt damit arbeiten. Genau darin liegt auch ein wichtiger Unterschied zwischen therapeutischer Begleitung und der reinen Selbstanwendung des Klopfens.

Gefühle haben mehrere Schichten
Belastende Erfahrungen bestehen selten nur aus einem einzigen Gefühl.
Vielleicht zeigt sich zunächst Angst. Wenn diese an Intensität verliert, wird darunter Ärger spürbar. Danach vielleicht Trauer, Scham, Schuld oder Resignation.
Rainer Franke beschreibt diesen Prozess sehr anschaulich wie die Schichten einer Zwiebel: Wird eine emotionale Schicht bearbeitet, kann darunter eine weitere sichtbar werden.
Deshalb arbeiten wir nicht nach einem festgelegten Plan. Wir bleiben bei dem, was sich im jeweiligen Moment zeigt.
Das Klopfen begleitet diesen Prozess und hilft dabei, mit dem gerade aktivierten Gefühl zu arbeiten, während wir im Gespräch gleichzeitig verstehen, woher es kommt, zu welchem Konflikt es gehört und was bisher zurückgehalten wurde.
