Ursachen

Alle anderen Ängste verstehe ich – aus meiner eigenen Erfahrung und aus vielen Jahren therapeutischer Arbeit – als Reaktionen, die wir im Laufe unseres Lebens entwickeln. Sie entstehen häufig dort, wo Erfahrungen zu belastend, zu bedrohlich oder emotional nicht zu bewältigen waren.

 

Das können traumatische Erlebnisse und Entwicklungstraumata sein, Machtmissbrauch, emotionale, körperliche oder sexuelle Grenzverletzungen – aber auch Beziehungserfahrungen, in denen ein Kind früh gelernt hat, sich anzupassen, eigene Bedürfnisse zurückzustellen oder bestimmte Gefühle lieber nicht zu zeigen.

 

Gerade weil diese Ängste erworben sind, sind sie für mich nicht etwas, mit dem wir zwangsläufig ein Leben lang leben müssen. Was sich durch Erfahrungen entwickelt hat, kann sich durch Therapie und neue Erfahrungen auch wieder verändern.

Kinder sind auf ihre Bezugspersonen angewiesen. 

 

Erleben sie Zurückweisung, fehlende Zuwendung, starke Kontrolle oder Gewalt, können sie ihren natürlichen Ärger darüber oft nicht frei zulassen. Stattdessen beginnen sie, sich selbst infrage zu stellen, beobachten aufmerksam die Stimmung ihrer Umgebung und lernen, Konflikte möglichst zu vermeiden. Aus dieser frühen Anpassung können später Beziehungsmuster entstehen, in denen eigene Bedürfnisse erneut zurückgestellt, Grenzen nicht gewahrt und vertraute Dynamiken aus der Kindheit unbewusst wiederholt werden – beispielsweise in Partnerschaften, Freundschaften oder im beruflichen Umfeld.

 

 

Gerade bei Frauen sehe ich diesen Zusammenhang häufig. 

 

Zur frühen Prägung kommt eine Sozialisation hinzu, in der Anpassung, Freundlichkeit und Harmonie oft stärker gefördert werden als Ärger, Widerstand und klare Abgrenzung. Viele Frauen haben darüber hinaus sexuelle oder andere massive Grenzverletzungen erlebt. Der natürliche Impuls von Ärger und Abwehr wird dadurch nicht selten weiter unterdrückt.

Meiner Ansicht nach gehören die Angst vor dem freien Fall und die Angst vor lauten Geräuschen zu den einzigen beiden Ängsten, die biologisch angelegt sind – und das aus gutem Grund: 

Sie dienen unmittelbar unserem Überleben.

Nicht die Form der Angst ist für mich entscheidend, 
sondern ihr Ursprung.

Warum ich nicht zwischen den einzelnen Ängsten unterscheide

Ob Flugangst, soziale Angst, Verlustangst, Agoraphobie oder Panikattacken: Diese Begriffe sind hilfreich, um zu beschreiben, wie und in welchen Situationen sich Angst zeigt. Sie erklären für mich jedoch noch nicht, woher sie kommt und was sie aufrechterhält.

 

Deshalb steht in meiner Arbeit nicht die jeweilige Kategorie der Angst im Mittelpunkt. Ich suche nach dem gemeinsamen Nenner dahinter: nach den unbewussten Konflikten, wiederkehrenden Beziehungsmustern und vor allem nach den Gefühlen, die bisher keinen ausreichenden Ausdruck finden konnten.

 

Werden diese Zusammenhänge bewusst und können die damit verbundenen Gefühle therapeutisch bearbeitet werden, kann sich auch die Symptomatik grundlegend verändern. Gleichzeitig entsteht etwas, das weit über das Verschwinden einzelner Symptome hinausgeht: Der Mensch versteht sich selbst besser, erkennt seine Bedürfnisse und Grenzen klarer und erlebt sich zunehmend als handlungsfähig.

 

Aus Ohnmacht  

wird Klarheit und  

Handlungsfähigkeit  

 

Aus Anpassung 

entsteht 

Selbstbestimmung 

 

Aus Unsicherheit 

wächst  

Selbstsicherheit 

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.